Normung

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Was ist eine Norm

Normen sind technische Regeln, qualifizierte Empfehlungen, deren Anwendung grundsätzlich freiwillig ist, außer sie werden als verbindlich erklärt.
Zweck der Normung:

  • Vereinheitlichung
  • Stand der Technik
  • Rationalisierung
  • Einheitliche Sprache (Qualitäts-, Sicherheitsmaßstäbe)
  • Heranziehen als Vertragsgrundlage
  • ...

Zuständigkeit

In Österreich ist die Normung verfassungsgemäß Bundessache. Die Befugnis zur Erarbeitung und Veröffentlichung von Normen wurde dem Österreichischen Normungsinstitut - Austrian Standards Institute übertragen. Die Aufsicht obliegt dem BMWA. Bei der Erstellung von Normen wirken Dienststellen der öffentlichen Verwaltung, Vertreter der Wirtschaft und Standesvertretungen mit.

Internationale und Europäische Normung

Bei der Weltnormungsorganisation ISO (=International Organisation for Standardisation) sind nationale Normungsinstitute Mitglied. Für die veröffentlichten internationalen Normen (ISO-Normen) besteht keine Übernahmepflicht.

Die Europäische Normung erfolgt durch das Europäische Normungsinstitut CEN (Comité Européen de Normalisation) Im Gegensatz zu internationalen Normen besteht durch die Europäischen Verträge eine Verpflichtung zur Berücksichtigung in der nationalen Normung. Es gelten folgende Grundsätze:

  • Übernahmeverpflichtung EN -> ÖNORM EN
  • Stillhalteverpflichtung (während der Erarbeitung einer EN darf keine nationale Norm zum gleichen Gegenstand herausgegeben werden.
  • Zurückziehungsverpflichtung wenn nationale Normen europäischen Normen widersprechen.


Normen stellen auch einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung des Binnenmarktes dar und tragen zum Abbau von Handelshemmnissen bei. Dabei kommt die sog. "Neue Konzeption" ("new approach") zur Anwendung. Dahinter steht folgendes Gedankenmodell:

  • in den Richtlinien der Europäischen Kommission werden nur die wesentlichen Anforderungen definiert
  • die Konkretisierung dieser Anforderungen erfolgt durch die Ausarbeitung von EN-Normen (=harmonisierte Normen)
  • der Produzent erklärt die Übereinstimmung (=Konformität)seines Produktes mit den Anforderungen der EN und bringt als sichtbares Zeichen das CE-Zeichen an.

Bezeichnung und Strukturierung der ÖNORMEN

Die nationalen Normen sind in Fachbereiche unterteilt, wobei folgende Kürzel in den Bezeichnungen verwendet werden:

  • A allgemeine Normen
  • B Bauwesen
  • C Chemie
  • E Elektrotechnik
  • H Haustechnik
  • M Maschinenbau
  • V Verkehrswesen
  • Z Arbeitssicherheitstechnik

Werden Normen von anderen Normungsorganisationen übernommen, erscheint das entsprechende Kürzel in der Bezeichnung:

  • ÖNORM DIN
  • ÖNORM EN
  • ÖNORM ENV (europäische Vornorm - keine Zurückziehungspflicht für nationale Norm)
  • ÖNORM ISO
  • ...

Die Europäischen Normen sind nicht nach Fachbereichen gegliedert sondern nur mit laufenden Nummern bezeichnet.

Entstehung von Normen

Die Entstehung von Normen erfolgt unter Berücksichtigung folgender Grundsätze in den Fachnormenausschüssen:

  • Neutrale Gemeinschaftsarbeit (Alle betroffenen Kreise können und sollen durch ihre Vertreter an der Normungsarbeit teilnehmen)
  • Widerspruchsfreiheit (einer neuen Norm mit anderen nationalen und europäischen Normen ist notwendig)
  • Publizität (Vor der Herausgabe einer Norm wird ein Norm-Entwurf zur öffentlichen Stellungnahme publiziert)
  • Konsens (ÖNORMEN müssen im Gegensatz zu europäischen Normen im Fachnormenausschuss einstimmig beschlossen werden)

Weblinks

Austrian Standards International (früher Österreichisches Normungsinstitut) Europäisches Komitee für Normung International Organisation for Standardisation